PSZD - Ort der Kraft
Am südlichen Rand der Dortmunder Stadtmitte hat sich im Laufe der letzten 26 Jahre etwas Erstaunliches getan, ein kleiner Stadtteil im Stadtteil ist dort gewachsen. Zu Stande kam er, weil eine Reihe von Menschen hier ihre verschiedensten Ideen und Vorhaben gemeinsam realisieren wollten und sich deshalb zusammenschlossen. Ihre konkreten Ziele waren unterschiedlich, die Basis war für alle gleich: im Vordergrund stand der Wunsch, auf anthroposophischer Grundlage Arbeit für Menschen aller Altersstufen zu leisten.
Seitdem konnten auf dem Gelände im Dortmunder Stadtteil Brünninghausen immer neue Gebäude mit Leben gefüllt werden, in denen pädagogische und soziale Aufgaben im Mittelpunkt stehen. Von der Kindergartenarbeit über Schulen, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bis zur Aufnahme und Pflege alter Menschen reicht das Angebot des „Pädagogisch Sozialen Zentrums Dortmund e.V.“, kurz „PSZD“ genannt. Nun scheint alles fertig zu sein, könnte man meinen, aber Stillstand passt nicht zu der dynamischen Entwicklung des PSZD. Ein rasanter Wandel der gesellschaftlichen Werte birgt ständig neue Aufgaben. Diesen stellt man sich tatkräftig, indem das Bewährte fortgeführt wird, ohne den Blick auf das Zukünftige zu unterlassen. Das macht aus dem Zentrum am Dortmunder Tierpark einen ganz besonderen Ort: Brennpunkt für Ideen einer menschengerechten Lebensart auf der einen, Refugium für Geist und Seele abgehetzter Großstädter auf der anderen Seite.
Es lohnt sich in jedem Fall, diesen harmonisch gewachsenen Organismus, der wie ein eigener kleiner Stadtteil wirkt, einmal näher zu betrachten. Was dort im Laufe der vergangenen Jahrzehnte entstanden ist, kann sich allemal blicken lassen. Der (nicht nur) räumlich gewordene Versuch, pädagogische, soziale und kulturelle Strömungen auf einen Ort der Begegnung zu konzentrieren, macht aus dem Gelände nicht nur eine Dokumentation anthroposophischer Arbeit, es ist auch ein Vorzeigeobjekt anthroposophischer Zusammenarbeit.
Und so, wie man sich in einem Tierpark aussterbender oder gefährdeter Arten annimmt, so wendet man im PSZD die Blickrichtung in die Förderung und Erhaltung eines menschenwürdigen Miteinanders. Beides will gehegt und gepflegt sein, Insofern ist es vielleicht kein Zufall, dass diese beiden Orte des Bewahrens und der Erneuerung in Dortmund in unmittelbarer Nachbarschaft liegen.
Christiane Carstens, 2002






