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Was brauchen Erzieherinnen und Erzieher heute?

Was erwarten Kinder und Jugendliche von ihnen?

Wer Kinder und Jugendliche als ErzieherIn begleiten will, muss für seine berufliche Tätigkeit grundlegende Qualitäten und Fähigkeiten ausbilden:

Eine wesentliche Grundlage sind das Interesse und die Freude am Leben mit Kindern und Jugendlichen und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den Fragen und Gesetzen menschlicher Existenz und Entwicklung.

Natürlich gibt es so etwas, wie eine allgemeine Entwicklung des Menschen. Sonst könnte man sich kaum über Pädagogik verständigen. Spannend wird es aber besonders dann, wenn man sich auf das einzelne Kind einlässt. ErzieherInnen müssen Verständnis und Interesse für die individuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben. Sie benötigen eine sensible, lebendige Wahrnehmungsfähigkeit als Voraussetzung dafür, die besonderen Entwicklungsmöglichkeiten und -hemmnisse von einzelnen Kindern und Jugendlichen zu erkennen, sich in Situationen einfühlen und dann pädagogisch sinnvoll handeln zu können.

Wer Kinder und Jugendliche in Ihrer Entwicklung als ErzieherIn begleitet, wird immer wieder feststellen, dass es keine „klaren Lösungen“ gibt, dass man „es“ gemeinsam versuchen muss. ErzieherInnen brauchen den Mut zur Initiative als Grundlage für eine pädagogische Handlungsfähigkeit.

Dieser Mut ist keine Fähigkeit im üblichen Sinne, kann aber allmählich erworben werden, indem man akzeptiert, dass die Ausübung des Erzieherberufs zugleich die Bereitschaft zur Selbsterziehung verlangt. Wie kann man sich selbst erziehen? Eine Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, die eigene Entwicklung wahrnehmen und führen zu wollen, sich also selbst zu ent-wickeln. Diese Fähigkeit zur Selbstentwicklung, sich selbst zu durchschauen und sein Seelenleben ordnen und führen zu können, ermöglicht es erst, den Blick frei für den Mitmenschen zu haben und damit den biographischen Bewegungen von Kindern und Jugendlichen liebevoll und gelassen begegnen zu können.

Ausbildung im Hinblick auf die hier angedeuteten Erfordernisse der Praxis zu organisieren, bedeutet für alle Beteiligten – Seminaristen und Dozenten - das gemeinsame Tun als Entdeckungsweg zu verstehen.